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Gandhi – The Decolonization of British India 1917-1947

Mahatma Gandhi

Mahatma Gandhi

„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“

Bapu – Vater der Nation

Gandhi – The Decolonization of British IndiaNiemand anderes personalisiert den Unabhängigkeitskampf des indischen Subkontinents so gut wie Mahatma Gandhi. Er gab der Konfliktsimulation „Gandhi – The Decolonization of British India 1917-1947“ vom GMT seinen Titel. Im Spiel wird der Unabhängigkeitskampf in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts neu ausgetragen. Großbritannien kam mit großen Verlusten aus dem Zweiten Weltkrieg und verlor langsam den Griff über sein Kolonialreich in aller Welt. Die Unabhängigkeit Indiens und Pakistans 1947 markieren den Anfang der Dekolonisation, der die Weltkarte in den folgenden Jahrzehnten nachhaltig verändern sollte.

Der Kampf für Indiens Unabhängigkeit

Gandhi – The Decolonization of British IndiaAuch Gandhi selbst ist als Spielfigur der des Indischen Nationalkongress vertreten. Dieser konkurriert mit der All-indischen Muslimliga um Einfluss und Territorien in einer demokratischen Ordnung in Unabhängigkeit. Aber auch die indischen Revolutionäre sind als Fraktion vertreten, die verdeckt operieren und auf Gewalt als Mittel setzen. Die vierte Fraktion, der Britische Raj repräsentiert die Kolonialmacht, die mit ihren indischen Verbündeten versucht, das Unvermeidbare aufzuhalten.

Gandhi – The Decolonization of British India

Gandhi – The Decolonization of British IndiaGandhi von Bruce Mansfield ist das neunte Spiel der COIN-Serie (COunterINsurgencies, initiiert von Volko Ruhnke), die historische oder aktuelle Konflikte möglichst detailgetreu darstellen will. COIN-Spiele erfordern Ausdauer, Einsatz und Hingabe. Die Hauptkampagne kann den Tag ausfüllen, es wird aber auch ein kurzes Szenario für die Jahre 1930-1947 angeboten. Gandhi verpflichtet sich dem historischen Hintergrund. Nicht nur sind die Runden nach den Regierungsphasen der einzelnen britischen Gouverneure aufgeteilt, die alle eigene Fähigkeiten mitbringen, auch die Karten orientieren sich an tatsächlichen Ereignissen wie dem legendären Salzmarsch, die Akali-Bewegung der Sikhs oder das Massaker auf dem Qissa Khwani Basar in Peshawar. Das Nutzen der Ereigniskarten stellt die Grundmechanik des Spiels dar. In jedem Zug wird eine Karte mit einem historischen Ereignis aufgedeckt. Die Karte gibt an, in welcher Reihenfolge die Fraktionen das Ereignis auslösen oder für Standardaktionen einsetzen können. Eine Mechanik, die man aus „Gleichgewicht des Schreckens“ bereits kennt.

Die COIN-Serie – moderne Historical Games

Gandhi – The Decolonization of British India 1917-1947Nicht nur die Anliegen der Fraktionen sind unterschiedlich, sie haben auch alle unterschiedliche Aktionen, die auf verschiedenen Ebenen ineinandergreifen. Grob vereinfacht versucht die Kongresspartei zu demonstrieren und zu blockieren, die Muslimliga will Staaten im Norden gründen, während die Revolutionäre Chaos stiften wollen und der Raj all dies verhindern will. Dabei manipulieren die Fraktionen nicht nur die Regionen der Landkarte, sondern auch verschiedene Leisten. Zusammengefasst kann man sagen, dass Gandhi weniger ein Brettspiel als eine Konfliktsimulation ist. Die Aktionen der Spieler haben selten einen durchgreifenden Einfluss im Spiel. Vielmehr verändern sie es graduell über die Zeit. Es gleicht eher einem Katz- und Maus-Spiel mit mehreren politischen Gegnern.

Geschichte im hochwertigen Spiel

Durch die gemachten Erfahrungen der COIN-Serie ist “Gandhi – The Decolonization of British India 1917-1947” ein integres, qualitatives Produkt, in dem viel Entwicklungsarbeit steckt. Die Materialien sind ordentlich designt, aber nicht sehr innovativ gestaltet. So wird Gandhi einfach nur durch einen größeren Holzstein als der Standardaktivist der Kongresspartei dargestellt. Die Druckqualität und Farbgestaltung des festen Bretts und der Karten lässt nichts zu wünschen übrig. Dabei liegen Merkblätter mit Aktionsübersichten. Gandhi ist klar ein Expertenspiel für Geschichtsliebhaber, Südasienfans und politische Haudegen. Hintergrundinformationen bietet das Playbook, das nicht nur Kartentexte erklärt und Spielhinweise gibt. Hier geht Mansfield auch auf die „Myths of Nonviolence“ ein und gibt einen Ausspracheführer. Stark! Gandhi ist mehr als ein Spiel, es ist ein Artefakt für die Sammlung.

Wer nicht so sehr in der politischen Geschichte Südasiens zu Hause ist, sollte sich die anderen Spiele der COIN-Serie betrachten. Dort ist für jeden Geschmack etwas dabei. Für Einsteiger sind hierbei Cuba Libre (Revolution auf Kuba) und Falling Sky (Caesars Invasion von Gallien) zu empfehlen.

Gandhi – The Decolonization of British India 1917-1947

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